Presseberichte

14.09.2016 HAINBACH

Polizei holt mehrere Tiere aus Haus / Staatsanwaltschaft ermittelt gegen 2 Frauen auch wegen Verstoßes gegen Tierschutzgesetz

Wem gehören die Katzen, die am Dienstagmorgen für Aufregung in dem kleinen Gemündener Ortsteil Hainbach sorgten? Diese Frage wird schwer zu klären sein, war gleichzeitig aber Auslöser für einen Polizeieinsatz.

Auf Nachfrage bei der Staatsanwaltschaft Gießen erklärte deren Sprecher Thomas Hauburger, dass es sich bei dem Einsatz "um ein Verfahren gegen zwei Damen handelt". Ihnen werde ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz sowie Diebstahl vorgeworfen, erläuterte Hauburger die Hintergründe. Demnach habe ein Durchsuchungsbeschluss des Amtsgerichtes Gießen vorgelegen, der nunmehr vollstreckt wurde. Die Polizei, Vertreter vom Veterinäramt und der Gemeinde sowie Mitarbeiter des Alsfelder Tierheims waren am Dienstag in Hainbach und holten acht Katzen aus dem Haus, die vorerst in der Obhut des Tierheims seien, so die Staatsanwaltschaft. Fünf weitere Katzen wurden an ihre Eigentümer herausgegeben.

Ein Hainbacher, der die Szenerie beobachtete, der aber ungenannt bleiben möchte, schilderte, dass die Beschuldigten schon seit "Anfang Februar Katzen aus dem Dorf eingefangen haben". Viele der Tiere seien Freigänger, sprich Katzen, die sich frei im Ort und der näheren Umgebung bewegen, allerdings einen Besitzer hätten. Wie es in kleinen Orten oftmals so sei, trügen die meisten Katzen keinen Erkennungschip, auch tätowiert seien die meisten nicht.

Die Beschuldigten hätten die Katzen eingefangen und in ihrem Hof beziehungsweise Gebäude eingesperrt. Auch auf mehrfaches Ansprechen verbunden mit der Aufforderung, die Katzen wieder herauszugeben, hätte es keine Reaktion gegeben, so der Hainbacher. Das habe schließlich in einer Anzeige geendet, die nun den Polizeieinsatz erforderlich machte. Denn die Beschuldigten hätten eine Art Volierengang an ihrem Haus installiert, in dem die Katzen entlanglaufen können, so habe man die vermeintlich gestohlenen Vierbeiner auch erkennen können, erklärt der Augenzeuge.

Natascha H. vom Alsfelder Tierheim erläutert ganz allgemein, dass es generell schwierig sei, zu beweisen, "dass man Besitzer eines Tieres ist". Ein eindeutiger Hinweis sei auf jeden Fall ein Chip, auch tierärztliche Nachweise von Behandlungen seien eine Möglichkeit. Und Fotos, auf denen die Farbgebung des Felles zu erkennen ist, könnten als eindeutige Merkmale für eine Identifizierung genutzt werden, erläuterte Hirschmann.